Temporäre Freigabe von Pannenstreifen startet Mitte Juli

Temporäre Freigabe von Pannenstreifen startet Mitte Juli

Die Asfinag startet ab Mitte Juli probehalber die temporäre Freigabe des Pannenstreifens bei Überlastung auf einem kurzen Teilstück der Ostautobahn (A4).

Die aktuelle Strecke liege konkret auf einer typischen zweispurigen Autobahn in einem Ballungsraum. Die 3,8 Kilometer auf der A4 zwischen den Ausfahrten Simmeringer Haide und dem Knoten Schwechat in Fahrtrichtung Ungarn werden bei Überlastung bzw. in Stoßzeiten vorübergehend freigegeben.

Erfolgsmodell in anderen Ländern

„Der Verkehr auf Autobahnen und Schnellstraßen steigt. Neben Bauvorhaben sind vor allem in Ballungsräumen neue Konzepte von Verkehrspolitik und Straßenbetreibern gefragt, um den Verkehr flüssig zu halten und Staus zu verringern. Die temporäre Freigabe des Pannenstreifens ist eine international bewährte Antwort auf die aktuellen Herausforderungen durch das steigende Mobilitätsbedürfnis“, betonte Verkehrsminister Norbert Hofer im Rahmen einer Pressekonferenz in Wien.

So funktioniert die temporäre Freigabe des Pannenstreifens:

Schritt 1: Check der Strecke

30 neue Kameras erfassen den gesamten Abschnitt. Vor jeder Freigabe erfolgt damit der Check der Strecke, auch vor Ort überprüfen die Traffic Manager, das mobile Spezialteam der ASFINAG, den Abschnitt. Erst dann gibt die Verkehrsmanagement Zentrale in Wien Inzersdorf die 3,8 Kilometer frei.

Schritt 2:Pannenstreifen wird geöffnet – Anzeige auf der Strecke

Der geöffnete Pannenstreifen wird direkt darüber auf den elektronischen Überkopfwegweisern mit einem grünen Pfeil signalisiert – und weiters rechts neben der Fahrbahn durch das Anzeigen der dritten Fahrspur. Wenn diese Anzeigen nicht aktiv sind, ist es nicht erlaubt, den Pannenstreifen zu befahren!

Schritt 3: Pannenstreifen wird wieder gesperrt

Sobald die Verkehrsbelastung zurückgeht, sperrt die ASFINAG den Pannenstreifen für den Verkehr. Im Bereich der Simmeringer Haide erscheint auf der Überkopfanzeige oberhalb des zusätzlichen Fahrstreifens ein gelb blinkender Pfeil. Jetzt darf der Pannenstreifen nicht mehr befahren werden. Auch rechts neben der Fahrbahn wird durch Pfeile auf die Sperre und das rasche Verlassen des Pannenstreifens hingewiesen.

Für jene Lenkerinnen und Lenker, die zum Zeitpunkt der Sperre weiter vorne auf dem Pannenstreifen unterwegs sind, ändert sich die Anzeige nicht – sie bleibt auf „grün“. Die Fahrt kann also bis zum Knoten Schwechat auf dem Pannenstreifen fortgesetzt werden.

Nach der Sperre erlischt jede Info: Der Pannenstreifen ist für den Fließverkehr gesperrt.

Wichtige Infors rund um das Pilotprojekt

Tempolimit: Bei freigegebenem Pannenstreifen gilt auf der A 4 – wie im Normalzustand – das auf den Überkopfanzeigen je nach Verkehrsdichte geschaltene Tempolimit.

Lkw-Fahrverbot ganz links: Pkw dürfen jede der drei Spuren auf dem Abschnitt der A 4 benützen. Nicht so der Schwerverkehr: Die ganz linke Spur ist künftig etwas schmäler und nur Pkw vorbehalten, hier gilt dann ein Fahrverbot (wie in Baustellen-Bereichen) für überbreiten Schwerverkehr.

Abfahrt auf die S 1: Ist der Pannenstreifen freigegeben, ist dieser zugleich die Abbiegespur auf die S 1 beim Knoten Schwechat.

Richtiges Verhalten bei Pannen: Im Ernstfall sollten Lenkerinnen und Lenker das Fahrzeug nach Möglichkeit in einer der beiden neuen abgesicherten Pannenbuchten abstellen. Bei Pannen oder Unfällen wird der Pannenstreifen von der Zentrale Inzersdorf auch umgehend geschlossen.

Die Rettungsgasse auf drei Spuren: Die Rettungsgasse ist bei freiem Pannenstreifen genauso zu bilden wie auf Autobahnen und Schnellstraßen mit drei Spuren: Die Fahrzeuge auf dem linken Fahrstreifen bleiben ganz links, die Fahrzeuge in der Mitte und auf dem Pannenstreifen (also die ganz rechte Spur) ordnen sich rechts ein.